2016

In der einmal im Quartal stattfindenden Veranstaltungsreihe informiert die Forschungsbibliothek über neueste Ergebnisse in der Erschließung, Erhaltung und Erforschung der Sammlung Perthes Gotha.

Folgende Termine sind für das Jahr 2016 bekannt:

1| 2016: Mittwoch, 16. März, 18.15 Uhr
Reinhold Grundemann – Der Missionskartograph in Gotha
Dipl.-Inf. René Smolarski B.A. im Gespräch mit Sven Ballenthin und Dr. Petra Weigel
Ort: Perthes-Forum, Ahnensaal

Diesmal wird René Smolarski im Gespräch mit Sven Ballenthin und
Petra Weigel den Nachlass von Reinhold Grundemann vorstellen. Im
Mittelpunkt des Abends steht ein Aspekt der Kartographie-Geschichte, der
bisher nur am Rande wissenschaftlicher Untersuchungen Beachtung fand,
nämlich die Rolle der Missionskartographie für die Geographische
Verlagsanstalt Justus Perthes. Dreh- und Angelpunkt ist dabei die
Herausgabe des Allgemeinen Missionsatlasses, der zwischen 1865 und 1871
(bis 1868 in Gotha) von dem preußischen Theologen und späteren Pfarrer
Reinhold Grundemann erarbeitet wurde. Die im Zusammenhang mit der
Herausgabe dieses Werkes in der Sammlung Perthes überlieferte
Korrespondenz gewährt einzigartige Einblicke sowohl in die engen
Verbindungen, die während des 19. Jahrhunderts zwischen Kartographie und
Mission bestanden, als auch in die Bedeutung die den kartographischen
Arbeiten der Missionare in der letzten Phase der Entdeckungen zukommt.

2| 2016: Dienstag, 3. Mai, 18.15 Uhr
Sonderführung zum 200. Todestag von Johann Georg Justus Perthes († 1. Mai 1816)
Sven Ballenthin und Dr. Petra Weigel
Ort: Perthes-Forum, Ahnensaal
Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Es wird um Anmeldung gebeten.

3| 2016: Mittwoch, 22. Juni, 18.15 Uhr
Perthes im Gespräch
Der ‚Gothaische Hofkalender‘ / ‚Almanac de Gotha‘ und die Almanachkultur des 18. Jahrhunderts
Kristina Kandler M.A. im Gespräch mit Sven Ballenthin und Dr. Petra Weigel
Ort: Perthes-Forum, Ahnensaal

Diesmal wird Kristina Kandler, Herzog-Ernst-Stipendiatian der Fritz Thyssen Stiftung, im Gespräch mit Sven Ballenthin und Petra Weigel aus ihren Forschungen zum „Gothaischen Hokalender“ berichten. Dieser nimmt durch seine jahrhundertelange Existenz eine einzigartige Stellung in der Geschichte der Almanachkultur ein. Die umfangreichen Verzeichnisse der europäischen Herrschaftshäuser machten ihn zu einem bedeutenden Nachschlagewerk europäischer Adelsgenealogien, der Titelzusatz „zum Nutzen und Vergnügen“ zu einem unterhaltsamen und informativen Taschenbuch. Doch konkurrierten spätestens ab den 1770er-Jahren zahlreiche vergleichbare Almanachproduktionen miteinander, darunter der ihm äußerlich und inhaltlich sehr ähnliche „Göttinger Taschen-Calender“ von Georg Christoph Lichtenberg. Beide Publikationen beinhalteten vielfältige Textbeiträge, die von der naturwissenschaftlichen Abhandlung bis zur historischen Jahreschronik, von der ethnografischen Reisebeschreibung bis zur Vorstellung neuester Mode und Luxusartikel reichten.

Die Abendveranstaltung beleuchtet nun die Anfänge des „Gothaischen Hofkalenders“ mit Blick auf seinen Göttinger Konkurrenten und literarischen „Bruder“ und stellt unter anderem die Frage nach ihren Verlegern, Autoren und den buchhändlerischen Voraussetzungen in Gotha und Göttingen.

Kristina Kandler studierte Deutsche Sprache und Literatur, Medienwissenschaft und Französisch an der Philipps-Universität Marburg. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der deutsch-französischen Almanachkultur und dem deutschsprachigen Kalenderwesen in Est-, Liv- und Kurland im 18. und frühen 19. Jahrhundert. Derzeit arbeitet sie an einer Dissertation zur Transkulturalität in der Almanachkultur des ausgehenden 18. Jahrhunderts.

4| 2016: Mittwoch, 21. September, 18.15 Uhr

In der einmal im Quartal stattfindenden Veranstaltungsreihe informiert die Forschungsbibliothek über neueste Ergebnisse in der Erschließung, Erhaltung und Erforschung der Sammlung Perthes. Die nächste Veranstaltung findet am 21. September 2016, 18.15 Uhr, im Ahnensaal des Perthes-Forums statt. Diesmal wird Frau Jenny Brys B.A. im Gespräch mit Sven Ballenthin M.A. und Dr. Petra Weigel eine bisher weitgehend unbekannte Facette des Wirkens von Theodor von Heuglin vorstellen. Der vor allem als Erforscher Afrikas berühmte Heuglin unternahm zu Beginn der 1870er-Jahre aber auch zwei Nordpolarfahrten und erkundete Spitzbergen und Nowaja Semlja. Der Eintritt ist frei.

Zur Thematik ist ein Fundstück erschienen.

5| 2016: Mittwoch, 14. Dezember, 18.15 Uhr
verlegt: Mittwoch, 1. Februar 2017, 18.15 Uhr

Julia Klimkeit, Studentin im Masterstudiengang „Sammlungsbezogene Wissens- und Kulturgeschichte“ an der Universität Erfurt, wird im Gespräch mit Sven Ballenthin, der das Archiv der Sammlung Perthes betreut, und Petra Weigel, Referentin für die Sammlung Perthes, diesmal den von ihr erschlossenen Nachlass von Otto Kersten (1839–1900) vorstellen.
Kersten war Reisebegleiter Carl Claus von der Deckens, der in mehreren Expeditionen das östliche Afrika bereiste und dabei auch die ersten Versuche unternahm, den Kilimandscharo zu besteigen. Für die kartographische Aufnahme des schneebedeckten Bergmassivs legte Kersten wichtige Grundlagen. Nach Ermordung van der Deckens 1865 machte sich Kersten mit der Herausgabe von dessen Reiseberichten einen Namen. Die Karten des Reisewerks entstanden im Verlag Justus Perthes, dessen historische Überlieferungen heute als Sammlung Perthes von der Forschungsbibliothek Gotha betreut werden. Beginn ist um 18.15 Uhr im Ahnensaal der Forschungsbibliothek im Perthes Forum.

Zur Thematik ist ein Fundstück erschienen.

Stand: 16. Januar 2017