2012

4 | 2012: 12. Dezember – Briefe deutscher Afrikaforscher

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität lädt am Mittwoch, 12. Dezember, zur nächsten Veranstaltung in der Reihe „Perthes im Gespräch“ ein. Beginn ist um 18.15 Uhr im Konferenzzimmer der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.
Im Rahmen der Reihe „Perthes im Gespräch“ wird die 2003 vom Freistaat Thüringen mit den Mitteln der Kulturstiftung der Länder erworbene Sammlung Perthes ins Gespräch gebracht. Es wird über den Fortgang ihrer Erschließung, über aktuelle Funde und laufende Projekte berichtet. Die Veranstaltung bildet den Epilog der erfolgreichen 3. „Gothaer Kartenwochen“, die sich diesmal thematisch mit „Afrika“ beschäftigt haben. Im Mittelpunkt des Abends stehen nun Briefe und Berichte deutscher Afrikaforscher, die Sven Ballenthin und Dr. Petra Weigel lesen und kommentieren werden.
Nach dem Gespräch lädt der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. zu einem kleinen Umtrunk ein.

querdurchafrika

3 | 2012: 26. September – Die Kupferplatten der Sammlung Perthes

Unter dem Titel „Die Kupferplatten der Sammlung Perthes Gotha. Geschichte, Erschließung und Konservierung“ werden am Mittwoch, 26. September, in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt wieder Zeugnisse aus dem Perthes Verlagsarchiv vorgestellt. Der Vortrag in der Reihe „Perthes im Gespräch“ beginnt um 18.15 Uhr im Konferenzzimmer der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei.

Mit 1.650 Kupferplatten haben sich in der Sammlung Perthes Gotha bedeutende Zeugnisse des Kupferstichverfahrens erhalten, das der Verlag Justus Perthes bis in die 1930er-Jahre zur Kartenherstellung nutzte. Für nahezu alle in Kupferstich ausgeführten Spitzenprodukte des Verlages sind die Druckplatten überliefert. Ebenso finden sich in der Sammlung Zwischenstufen des Herstellungsverfahrens, darunter galvanoplastische Repliken und Positivplatten sowie Lehrproben der im Verlag ausgebildeten Kupferstecher. Da ein Teil der Platten durch Korrosion erheblich geschädigt war, ist in Kooperation mit der Fachhochschule Erfurt, Fachbereich Konservierung/Restaurierung, ein innovatives Partikelstrahlverfahren entstanden, bei dem Mehl gegen Rost eingesetzt wird.

In der Reihe „Perthes im Gespräch“ werden der Metallrestaurator Prof. Bernhard Mai, der mit Studierenden der Fachhochschule Erfurt das Konservierungsverfahren entwickelt hat, Christian Kreienbrink, Leiter der Restaurierungswerksatt der Universität Erfurt, und Dr. Petra Weigel, Referentin für die Sammlung Perthes, die Kupferplattensammlung in ihrer Geschichte, Erschließung und Konservierung vorstellen. Im Mittelpunkt des Abendgesprächs stehen die Anstrengungen um die Erhaltung und Konservierung der Kupferplatten. So wird das Prinzip des innovativen Konservierungsverfahrens anhand von Vorher-Nachher-Vergleichen und einem Kurzfilm erläutert.

2 | 2012: 20. Juni – Wilhelm Otto Pitthan malt Hermann Haack

1955 wurde der zwei Jahre vorher zwangsverstaatliche Verlag Justus Perthes in den VEB Hermann Haack Geographisch-Kartographische Anstalt Gotha umbenannt. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war der mit höchsten Auszeichnungen dekorierte Kartograf und Geograf Hermann Haack zum Heros der DDR-Kartografie geworden. Hinter dieser Deutung trat zurück, dass Haack schon 1897 als einer der wichtigsten Mitarbeiter des Verlages Justus Perthes dessen Profil mitgeprägt hatte. Bis heute werden Haacks Verdienste für die Schulgeografie gewürdigt. In der Mythenbildung um Haack wird aber zumeist ignoriert, dass er zugleich Karten und Atlanten entwickelte, die die Ideen einer großdeutsch-nationalsozialistischen Geopolitik einprägsam visualisierten. Ebenso lässt aufmerken, dass man Haack 1956 mit zwei Ölporträts ehrte, die von einem Maler geschaffen wurden, der in den 1930er-Jahren die Führungsspitze des NS-Regimes porträtiert hatte. Im Abendgespräch werden Dr. Petra Weigel und Sven Ballenthin anhand der Porträts, die Wilhelm Otto Pitthan 1956 von Haack schuf, diesen offenen Fragen, Brüchen und Spannungen nachgehen. Im Anschluss lädt der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. zu einem kleinen Umtrunk ein.

Wilhelm Otto Pitthan, Porträt Hermann Haack, Öl auf Leinwand, 1956 (© Forschungsbibliothek Gotha 2012)

Wilhelm Otto Pitthan, Porträt Hermann Haack, Öl auf Leinwand, 1956 (© Forschungsbibliothek Gotha 2012)

1 | 2012: 28. März – Der Nachlass Sven Hedins in der Sammlung Perthes Gotha

„Dieses Mal wenden wir uns mit dem jüngst aufgearbeiteten Nachlass des Asienforschers Sven Hedin einer der bedeutendsten Überlieferungen der Sammlung Perthes zu“, erläutert Dr. Petra Weigel, die die Sammlung in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt wissenschaftlich betreut. Unter dem Titel „… mein Schicksal treibt mich unwiderstehlich nach Asien zurück – Der Nachlass des Geografen und Entdeckungsreisenden Sven Hedin in der Sammlung Perthes Gotha“ wird das Abendgespräch das Lebenswerk und die Persönlichkeit Hedins in den Blick nehmen. Hedin gilt als der letzte große Forschungsreisende des Entdeckungszeitalters. In vier spektakulären Expeditionen erkundete Hedin von 1893 bis 1935 Zentralasien und legte die Grundlagen der modernen Asienkartografie. Seine populären Reisewerke machten ihn zu einem der meistgelesenen Autoren des 20. Jahrhunderts. Wegen seiner Nähe zum Nationalsozialismus ist Hedin jedoch bis heute umstritten. Sven Ballenthin, Matthias Weber und Petra Weigel werden im Rahmen der Veranstaltung anhand zahlreicher originaler Dokumente die fast 50-jährige Zusammenarbeit zwischen Hedin und dem Perthes Verlag in ihren Stationen, wissenschaftlich-kartografischen Ergebnissen und persönlich-privaten Facetten beleuchten.

Wann? Mittwoch, 28. März, um 18.15 Uhr im Konferenzraum der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein

Sven Hedin während seiner vierten Asienexpedition 1927–1935

Sven Hedin während seiner vierten Asienexpedition 1927–1935, © Forschungsbibliothek Gotha 2012

Einladung zum Werkstattgespräch

Einladung zum Werkstattgespräch

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