2010

1 | 2010: Die vielen Gewänder des Stieler Handatlas

Die zur Universität Erfurt gehörende Forschungsbibliothek Gotha lädt am kommenden Dienstag, 14. Dezember, zur Auftaktveranstaltung der Reihe „Perthes im Gespräch“ ein. Beginn ist um 18.15 Uhr im Konferenzzimmer der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein.

„In der künftig einmal im Quartal stattfindenden Reihe soll die 2003 vom Freistaat Thüringen mit den Mitteln der Kulturstiftung der Länder erworbene Sammlung Perthes ins Gespräch gebracht, über den Fortgang ihrer Erschließung, über aktuelle Funde und laufende Projekte berichtet werden“, erläutert Dr. Petra Weigel, Mitarbeiterin der Forschungsbibliothek Gotha und Expertin für die Perthes-Sammlung, das Konzept. Im Mittelpunkt des ersten Gesprächs „Die vielen Gewänder des Stieler Handatlas“ steht das Spitzenprodukt des Justus-Perthes-Verlags, dessen einzigartige historischen Überlieferungen an Büchern, Karten, Atlanten, Gelehrtennachlässen, Firmenarchivalien und Druckplatten heute die von der Forschungsbibliothek Gotha betreute Sammlung Perthes bilden. Stielers Handatlas gilt als einer der bedeutendsten topografischen Atlanten des 19. und 20. Jahrhunderts. Dem Rang und Qualitätsanspruch des Atlas‘ entsprechend schuf man für ihn seit den 1880er-Jahren moderne, repräsentative Einbandgestaltungen. „Es ist ein großer Glücksfall, dass wir den Wandel der Stieler-Einbände nicht nur an den fertigen Atlanten, sondern auch an vielen nicht verwendeten Einbanddecken ablesen können, die aus der industriellen Buchbinderei des Verlages stammen“, freut sich Christian Kreienbrink, Restaurator der Universitäts- und Forschungsbibliothek, der zusammen mit Petra Weigel das Gespräch führen wird. Sie werden dabei auch die erst kürzlich aufgefundenen Stieler-Einbände des bedeutenden Buchkünstlers Hugo Steiner-Prag vorstellen, der in den 1920er-Jahren ein neues Corporate Design des Verlags schuf.

Nach dem Gespräch lädt der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. zu einem kleinen Umtrunk ein. Der Eintritt ist frei.

Das Plakat zur Ausstellung ist auch in einer größeren Auflösung verfügbar (PDF, 5 MB).