Dokumentarfilm „Die Kartenmacher aus Gotha“ – Premiere im Gothaer Cineplex-Kino

Im Gothaer Cineplex-Kino findet vor geladenen Gästen am Sonntag, 19. März, die Uraufführung des Dokumentarfilms „Die Kartenmacher aus Gotha“ statt. Mit dabei sind neben den Regisseuren – Otto Schuurman und Joachim Jäger aus den Niederlanden – zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland, unter ihnen Stephan Justus Perthes, der direkte Nachfahre und Erbe des Verlagsgründers Justus Perthes, sowie Prof. Dr. Frank Druffner, stellvertretender Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, die das Filmprojekt maßgeblich unterstützte.

Die Dokumentation „Die Kartenmacher aus Gotha“ erzählt die wechselvolle Geschichte des Verlages Justus Perthes Gotha. Dabei nimmt der Film Verleger, Mitarbeiter und Verlagsprodukte in den Blick, um Aufstieg und Wandel  eines der einflussreichsten, weltweit agierenden Kartenverlage des 19. und 20. Jahrhundert nachzuzeichnen. Anhand der im Verlag geschaffenen Karten visualisiert der Film einerseits die historischen Entwicklungen, die vom ausgehenden 18. Jahrhundert bis zum Ende des 20. Jahrhunderts die Geschichte des Verlags prägten. Andererseits erzählt er von der Entstehung der modernen Kartografie, von der Rolle der Kartografen und der Macht der Karten. In seiner Rahmenerzählung spannt er zudem einen Bogen von den 1950er- bis in die 1990er-Jahre, Jahrzehnte, die geprägt sind von Zwangsverstaatlichung, Planwirtschaft im VEB Hermann Haack Gotha, dem Aufbau  von „Justus Perthes‘ Geographische Verlagsanstalt  Darmstadt“, der Reprivatisierung und den damit verbundenen Hoffnungen, den Verlag über die Umbrüche der Wende 1990 zu retten und neu zu positionieren.

Das niederländisch-deutsche Filmemacher-Team Otto Schuurman und Joachim Jäger verflechtet diese Erzählstränge zu einem vielstimmigen Film. Über 25 Jahre hinweg haben sie das Schicksal des Verlages filmisch begleitet und Interviews mit den Beteiligten und Betroffenen geführt, darunter Stephan Justus Perthes – in 7. Generation direkter Nachfahre der Verleger-Familie Justus Perthes –, Verlagsmitarbeiter sowie Historiker und Bibliothekare, die heute in der Sammlung Perthes die Geschichte und Tradition des Verlages Justus Perthes bewahren. Ohne selbst das Wort zu ergreifen, lassen die Filmemacher Berichte und Bilder mit- und gegeneinander wirken und fügen damit den unterschiedlichen Perspektiven der Beteiligten ihre eigene Sicht auf das Geschehen hinzu.


Weitere – dann öffentliche – Vorführungen des Dokumentarfilms „Die Kartenmacher aus Gotha“ sind geplant, unter anderem im Rahmen der diesjährigen „Gothaer Kartenwochen“ (18.9. bis 29.10.2017) sowie zur „Langen Nacht der Wissenschaften“ am 3. November in Erfurt.

Für den Film wirbt ein Trailer, der unter folgendem Link heruntergeladen werden kann (82MB, mp4): https://gigamove.rz.rwth-aachen.de/d/id/GFY5nzfnuDcYDo

Informationen für eine Presseanfrage unter:
Universität Erfurt | Stabsstelle Hochschulkommunikation
pressestelle@uni-erfurt.de

Zum Hintergrund  der Sammlung Perthes
Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt bewahrt und erforscht heute die Sammlung Perthes, die aus den historischen Beständen der Verlage Justus Perthes Gotha und Darmstadt bzw. des VEB Hermann Haack Gotha hervorging. Sie überliefert ein einzigartiges Quellenmaterial zur Entwicklung der Kartografie und Geografie im 19. und 20. Jahrhundert. In der Geschlossenheit und Verflechtung ihrer Bestände dokumentiert die Sammlung die letzte Phase des Entdeckungszeitalters, während der das Innere der nichteuropäischen Kontinente und die Polargebiete erforscht wurden. Die in Gotha und Darmstadt verlegten Karten und Zeitschriften, allen voran „Stielers Handatlas“ und „Petermanns Geographische Mitteilungen“, sowie zahlreiche, auch international erfolgreiche Wandkarten und Atlanten für den Schulunterricht, prägten bis weit in das 20. Jahrhundert hinein das wissenschaftliche Bild der Erde und popularisierten es für eine breite Öffentlichkeit. Genealogisch-statistische Publikationen bildeten den zweiten Schwerpunkt des Verlagsprofils, darunter der „Almanach de Gotha“/„Gothaische Hofkalender“ als das maßgebliche biografische Lexikon des europäischen Adels. Die Sammlung Perthes wurde vom Freistaat Thüringen 2003 mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworben und in die Forschungsbibliothek Gotha integriert.

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Perthes im Gespräch – Edward Robinson und die Kartografie Palästinas

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt lädt am Mittwoch, 22. März 2017, zur nächsten Veranstaltung in der Reihe „Perthes im Gespräch“ nach Gotha ein. Beginn ist um 18.15 Uhr im Ahnensaal des Perthesforums. Der Eintritt ist frei. Mehr…

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12. Internationale Atlastage „200 Jahre Stielers Hand-Atlas“

Zum zweiten Mal nach 2008 ist Gotha Treffpunkt der „Internationalen Atlastage“, die von der Evangelischen Akademie Villigst und dem Pangaea Institut Schwerte in Verbindung mit der Forschungsbibliothek Gotha veranstaltet werden. Atlantensammler und Fachleute werden sich vom Donnerstag, 6. April 2017 bis Sonntag, 9. April 2017 mit „Stielers Hand-Atlas“ beschäftigen, dessen erste Karten 1817 erschienen.

Stielers Hand-Atlas, 10. Ausgabe (Hundertjahrausgabe), von Grund auf neu bearbeitet unter der Leitung von Hermann Haack, Gotha 1921 –1925, Einbanddecke von Hugo Steiner-Prag © Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt

Höhepunkt der Atlastage bilden die Vorträge am Samstag, dem 8. April 2017. Dr. Werner Stams, Radebeul, wird aus seinen langjährigen Forschungen zu Adolf Stielers letztem Werk, die „Karte von Deutschland“ (1836) berichten. Prof. Dr. Imre Josef Demhardt, Arlington/Texas, wendet sich „Petermann vor Petermann“ zu. Im Fokus seines Vortrages stehen fünf Atlanten, die August Petermann während seines Aufenthaltes in Schottland und England zwischen 1846 und 1855 schuf. Acht Sammler werden zudem in- und ausländische Stieler-Ausgaben von 1817 bis 1944 vorstellen.
Ort der Veranstaltung ist das Orangenhaus in Gotha – unweit der Justus-Perthes-Straße in Gotha. Eine Teilnahme ist nur nach Anmeldung möglich unter pan@schwerte.de. Es wird eine Tagungsgebühr von 20 Euro erhoben. Beachten Sie bitte auch das Programm:

Programm_200_Jahre_Stielers_Handatlas (PDF)

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Perthes im Gespräch – Geograph, Afrikaforscher und Publizist: Der Nachlass Otto Kerstens

Die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt lädt am Mittwoch, 1. Februar 2017, zur nächsten Veranstaltung in der Reihe „Perthes im Gespräch“ ein. Sie findet im Perthes Forum im Ahnensaal statt. Beginn ist um 18:15 Uhr, der Eintritt ist frei.

Wichtiger Hinweis: Die Veranstaltung wurde bereits für den 14. Dezember 2016 angekündigt und fiel krankheitsbedingt aus.

Porträt Otto Kersten, in: Globus 78 (1900), S. 386 © Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt

Porträt Otto Kersten, in: Globus 78 (1900), S. 386
© Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt

Zu diesem Thema ist das aktuelle Fundstück Nr. 16 erschienen:  Geograph, Afrikaforscher und Publizist – Der Teilnachlass Otto Kersten in der Sammlung Perthes Gotha

Mehr… zum Perthes im Gespräch

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Neues Buch zum Perthesforum erschienen

Oberbürgermeister Knut Kreuch hat anlässlich des ersten Jahrestages der Eröffnung des PERTHESFORUMs einen neuen Band stadthistorischer Veröffentlichungen der Stadtverwaltung präsentiert. „Das PERTHESFORUM Gotha“ dokumentiert mit Artikeln von Knut Kreuch, Lutz Schilling, Dr. Petra Weigel, Sabine Jeschke und Kersten Hollunder das Wachsen und Werden dieses Bauprojektes der Stadt Gotha und die neuen Arbeitsbedingungen jener drei Einrichtungen, die vor Jahresfrist mit Sammlungen und Werkstätten vom Schloss Friedenstein in die Justus-Perthes-Straße gezogen sind. Darüber hinaus werden die rund achtzig beteiligten Baufirmen aufgeführt.

perthesbuch
Das PERTHESFORUM Gotha wurde mit einer Gesamtnutzfläche von 11.000 m² am 6. November 2015 feierlich eröffnet. Die Stiftung Schloss Friedenstein, das Thüringische Staatsarchiv und die Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt arbeiten seitdem an jenem Standort, der zwischen 2012 und 2015 als Thüringens größte Kulturbaustelle Furore machte. Insgesamt wurden in die Sanierung und den Umbau des Gebäudes rund 18,2 Millionen Euro investiert.

Die 60-seitige Publikation „Das PERTHESFORUM Gotha“ wurde vom Druckmedienzentrum Gotha gesetzt und gedruckt. Besonderer Dank gilt zahlreichen Firmen und privaten Spendern, die sich an der Finanzierung des Bandes beteiligten. Das Buch ist zum Preis von 14,90 Euro im „Gotha-adelt-Laden“ am Hauptmarkt und im Gothaer Buchhandel erhältlich. Die ISBN lautet: 978-3-939182-90-0.

Nach: Pressemitteilung der Stadt Gotha vom 1. Dezember 2016

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Mit vielen Kalendertürchen durch den Advent

Auch in diesem Jahr ist die Sammlung Perthes mit verschiedenen Kalendertürchen beim Weihnachtskalender der Universität Erfurt vertreten. Die Texte wurden von den Mitarbeitern der Sammlung Perthes verfasst und orientieren sich am Rahmenthema „Meere und Ozeane“. Viel Spaß beim Lesen!

18Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sammlung Perthes bedanken sich  für das vielfältige Interesse zu den Veranstaltungen, für die zahlreichen Anfragen zu Karten- und Archivnutzungen sowie Buchbestellungen. Wir wünschen schöne Weihnachten sowie ein gesundes Jahr 2017.

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Bruno Hassenstein lockt fast 3.600 Besucher

Die „Gothaer Kartenwochen“, die von der Forschungsbibliothek Gotha und dem Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt veranstaltet werden, waren auch in ihrem 7. Jahr wieder erfolgreich. Fast 3.600 Gäste besuchten die Ausstellung und die Veranstaltungsreihe. Die „Gothaer Kartenwochen“ machen seit 2010 die Öffentlichkeit mit den Schätzen der Sammlung Perthes bekannt. Diese wurde 2003 vom Freistaat Thüringen mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder erworbenen und wird von der Forschungsbibliothek betreut.

In diesem Jahr hatten die Besucher der Kartenwochen die Gelegenheit, die Werkstätte der Kartografie des 19. Jahrhunderts zu betreten und mit Bruno Hassenstein einen bedeutenden, aber weitgehend vergessenen Kartografen des Perthes Verlages kennenzulernen. In sieben, die Ausstellung begleitenden Veranstaltungen wurde das Thema aufgegriffen und unter verschiedenen Perspektiven vertieft. Im Mittelpunkt standen Bruno Hassensteins Atlas von Japan, eine Lesung aus ausgewählten Arbeits- und Lebenszeugnissen Hassensteins, das Wirken Kaiser Wilhelms II. als „technischer Revolutionär“ und Archäologe, die Rezeption insbesondere des Stieler Hand-Atlas in der französischen Atlas-Kartografie, das Projekt der Schweizer Dufourkarte und die Arbeitsweisen der Kartografen des 19. Jahrhunderts. „Ein Höhepunkt war für mich die Lesung mit Jürgen Goldstein, die die Forschungsbibliothek Gotha gemeinsam mit der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen veranstaltet haben“, sagt Dr. Petra Weigel, Referentin der Sammlung Perthes in der Forschungsbibliothek Gotha. Goldstein las aus seinem Porträt „Georg Forster. Zwischen Freiheit und Naturgewalt“, das mit dem Preis der Leipziger Buchmesse 2016 in der Kategorie „Sachbuch“ ausgezeichnet wurde. Unterstützt wurden die 7. „Gothaer Kartenwochen“ von der Kulturstiftung der Länder (KSL), der Stiftung Schloss Friedenstein, dem Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. und Stephan Justus Perthes.

Auch im nächsten Jahr wird die Veranstaltungsreihe fortgesetzt. Die Organisatorinnen, Dr. Petra Weigel und Prof. Dr. Iris Schröder vom Forschungszentrum Gotha, werden sich in enger Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Wolbert Schmidt von der Universität Mekelle/Äthiopien einem der spannendsten Kapitel der Geschichte der Gothaer Sammlung zuwenden. Unter dem Titel „Äthiopien in Gotha“ werden die 8. „Gothaer Kartenwochen“ die vielfältigen Zeugnisse in den Blick nehmen, die seit dem 17. Jahrhundert die Sammlungen der Gothaer Herzöge und ab 1800 dann auch die Sammlung Perthes mit Äthiopien verbinden.

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