Wilhelm II. und die Wissenschaft – Vortrag im Rahmen der Kartenwochen

Am Mittwoch, 26. Oktober 2016, wird Matthias Steinbach im Rahmen der 7. Gothaer Kartenwochen über „Wilhelm II. und die Wissenschaft. Der Kaiser als ‚technischer Revolutionär‘ und Archäologe“ sprechen.
Der Vortrag geht zunächst auf den Bildungsgang Wilhelms II. ein, der die Grundlagen für dessen spätere Interessenvielfalt zwischen Technikbegeisterung und der Beschäftigung mit historischen Fragestellungen legte. Als „wissenschaftlichem Dilettanten mit Sinn für Exkursion und Exploration“ ging es dem Monarchen stets um unmittelbaren Nutzen von Forschung und Wissenschaft, was insbesondere den Technischen Hochschulen und ihrer Anerkennung zu Gute kam. Von ihnen erwartete der Kaiser dafür pragmatische Angebote zur Lösung der sozialen Frage. Die mit Wilhelm persönlich verbundenen Forscher, darunter prominente Figuren wie Leo Frobenius oder Wilhelm Dörpfeld, waren in der Regel Randfiguren und Kritiker ihrer Zunft. Als passionierter Archäologe besaß Wilhelm auch nach seiner Abdankung eine erhebliche Anziehungskraft auf Gelehrte verschiedener historischer Fachrichtungen und wurde publizistisch tätig.

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Wilhelm II. als Student in Bonn 1877

Der Vortrag findet ab 18.15 Uhr im Spiegelsaal der Forschungsbibliothek Gotha statt. Der Eintritt ist frei. Der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. lädt anschließend zu einem Empfang ein.

Zum Referenten

Matthias Steinbach ist seit 2007 Professor für Geschichte und Geschichtsdidaktik an der TU Braunschweig. Seine Forschungs- und Lehrschwerpunkte liegen auf der deutschen Geschichte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert und hier insbesondere auf der Universitäts- und Bildungsgeschichte, der Militärgeschichte, der politischen Ideengeschichte sowie der Geschichtsvermittlung. Zuletzt hat er den Sammelband „Prüfstein Marx. Zu Edition und Rezeption eines Klassikers“ (2013) und die kritisch kommentierte Edition der Tagebücher des Historikers Alexander Cartellieri (2014) vorgelegt.

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